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Selbstbräuner

Sommer aus der Tube

08.06.2016

Schummeln erlaubt: Wenn Ihr Teint noch nicht nach Frühlingssonne aussieht, können Sie ihm ein wenig auf die Sprünge helfen

195011280113201119648567313Die Zeiten, in denen Blässe als vornehm galt, sind lange vorbei. Ärmellose Tops, Blumenkleider und Shorts mit bleicher Haut kombinieren? Das sieht nicht schön aus! Finden zumindest die meisten von uns. Eine mögliche Lösung: Karamellteint aus der Tube. Mit den richtigen Selbstbräunerprodukten geht das ganz leicht – und ist auf alle Fälle gesünder als ein Besuch im Solarium oder stundenlanges Sonnenbaden auf dem Balkon. Wir verraten Ihnen die Tricks für ein makelloses Bräunungsergebnis von Kopf bis Fuß. Damit Sie sich in Ihrer Haut – und in Ihrer neuen Sommergarderobe – so richtig wohlfühlen!
Wirkweise
Für die gesunde Bräune aus dem Kosmetik­regal gibt es einen gängigen Wirkstoff: Dihydroxyaceton (DHA), ein Zuckermolekül, das mit den obersten Hautzellen der Hornschicht reagiert. Dadurch färben sich diese innerhalb weniger Stunden dunkler, ein ­Bräunungseffekt tritt ein. Nach drei bis fünf Tagen muss die Wirkung erneuert werden.
Grundsätzlich ist diese Art der Bräunung bei jedem Hauttyp möglich: Auf den Inhaltsstoff DHA sind keine Allergien bekannt. Sogar Personen, die wegen Rötungen im Gesicht oder Rosacea die Sonne meiden sollten, können sich mit Selbstbräunern Farbe ins Gesicht mogeln. Wer zu Allergien neigt, häufig sensibel auf Kosmetikprodukte reagiert oder generell empfindliche Haut hat, sollte das Produkt dennoch vor dem ­ersten Auftragen an einer versteckten Körperstelle auf Verträglichkeit testen.
Im Gegensatz zu natürlich gebräunter Haut erhöht die Tönung aus der Tube nicht den Selbstschutz vor der Sonne: Selbstbräuner produzieren keine Schutzbräune. Nach der Anwendung kann man sich genauso schnell einen Sonnenbrand holen wie zuvor.
Vorbereitungsmaßnahmen
Eine gleichmäßige Färbung erreicht man nur bei gepflegter und ebenmäßiger Haut. Daher ist regelmäßiges Peelen wichtig: Am besten vor dem Auftragen des Selbstbräuners an mehreren aufein­anderfolgenden Tagen ein ölfreies Peeling benutzen. 24 Stunden vor dem Bräunen sollten Sie Ihre Haut aber in Ruhe lassen.
Das gilt auch für die Haarentfernung, denn auf frisch rasierter oder gewachster Haut kann das DHA Reizungen hervorrufen. Darüber hinaus ist es für ein optimales Ergebnis wichtig, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Gut durchfeuchtet, bräunt sie gleichmäßiger. Cremes mit Wirkstoffen wie Hyaluronsäure, Glyzerin oder Shea-Butter verwöhnen ­trockene Stellen, glätten die Oberfläche und bereiten den Teint ideal auf die Selbstbräuner-Anwendung vor. Achtung: Am selben Tag lieber nicht baden. Das weicht die Haut auf, und das DHA kann nicht ­gleichmäßig aufgenommen werden.
Textur-Tipp
Die Auswahl ist groß, Selbstbräuner gibt es in verschiedensten Varianten. Grundsätzlich gelten die gleichen Regeln wie bei der Hautpflege: Bei trockener Haut sollte man zu reichhaltigen Zubereitungen ­greifen – wie etwa Cremes. Bei öliger Haut ist ein leichteres Gel oder eine Milch passender.
Schwer zugängliche Stellen wie der Rücken oder die Hinterseite der Beine erreicht man mit handlichen Sprays. Ein weiterer Vorteil dieser leichteren Konsistenzen: Sie ziehen schnell ein, sodass man bereits kurz nach der Anwendung in die Kleidung schlüpfen kann.
Pflegekniffe
Vorsicht bei Anti-Aging-Produkten: Alle Wirkstoffe, die den Hauterneuerungs­prozess beschleunigen, verkürzen die Haltbarkeit des gebräunten Effekts. Das betrifft vor allem Glykolsäure, Fruchtsäure und Retinol, die ­einen leicht peelenden Effekt haben.
Andererseits wird die Haut – und somit die Bräune – durch diese Stoffe auch ­ebenmäßiger. Deshalb den Körper an den beiden Tagen nach dem Bräunen nur mit Feuchtigkeit pflegen, danach wieder auf hauterneuernde Wirkstoffe setzen.
Anwendungs-Abc
Beim Verteilen des Selbstbräuners so ­sparsam wie möglich mit dem Produkt um­gehen. Dünn und in kreisförmigen Bewegungen auftragen. Kritische Stellen sind vor allem Knie, Ellbogen, Hände und Füße, da die Haut dort dicker ist und deshalb schneller dunkel werden kann.
Damit die Hände beim Verteilen keine ­unschönen Flecken bekommen, besser ­Einmalhandschuhe anziehen. Alternativ sollten Sie die Hände direkt nach der ­Anwendung waschen, Nägel und Nagelhaut bürsten.
Das Ergebnis ist Ihnen nicht intensiv ­genug? Verwenden Sie den Selbstbräuner ruhig mehrere Tage hintereinander, bis der gewünschte Hautton erreicht ist. Gegen unansehnliche Flecken gibt es ­folgenden Tipp: Zunächst die Hautpartie peelen. Anschließend mit einem Wattepad, getränkt mit alkoholhaltigem Gesichtswasser oder Zitronensaft, mehrfach über die betroffene Stelle streichen.
Make-up-Mogelei
Viele Frauen schrecken davor zurück, Selbstbräuner im Gesicht zu benutzen. Zum Glück kann man hier den Teint auch mit Puder und Pinsel auf Sommer trimmen. Wichtigste ­Regel: Die Grundierung, sprich Foundation oder getönte Tagescreme, sollte immer im eigenen Hautton bleiben. Zu dunkle Nuancen sehen schnell unnatürlich aus.
Besser eignet sich Bronzepuder: Diesen trägt man sparsam auf die sogenannten ­Sonnenterrassen auf – also auf Wangenknochen, Nasenrücken, Kinn und den oberen Haaransatz. Besonders natürlich wirken ­­Produkte ohne Schimmerpartikel. Wer gern sein ­Dekolleté zeigt, kann es mit Bronzing-Puder betonen. Übrigens: Rouge trotzdem verwenden, das wirkt frischer.
Karotinschimmer
Auch manche Nahrungsmittel verleihen dem Teint einen Hauch Farbe. Karotten, Aprikosen oder rote Paprika beispielsweise enthalten Karotinoide. Das sind natürliche Stoffe, die für die Orange- oder Rotfärbung der Obst- und Gemüsesorten verantwortlich sind. Der Körper lagert den Stoff in der Haut ein.
Durch eine gezielte Ernährung mit karotinhaltigem Obst und Gemüse kann sich der Hautton nach einiger Zeit leicht verändern. Achtung: Blasse Haut kann gelbstichig werden.

 
08.06.2016, Bildnachweis: W&B/Image Source